Der Bahnhof Schongau

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Stationssteckbrief der Bayerischen Eisenbahngesellschaft mit Angaben zu allen Einrichtungen für den Reiseverkehr

Aktuelle Abfahrts und Ankunftspläne

Der Bahnhof Schongau war der betriebliche Mittelpunkt der Schongauer Netzes. Vom eigenen Betriebswerk wurden die Züge auf der Pfaffenwinkelbahn nach Weilheim, der Fuchstal-/Lechfeldbahn nach Landsberg / Augsburg und auf dem Sachsenrieder Bähnle nach Kaufbeuren eingesetzt. Während letztere im Jahr 1974 stillgelegt wurde und bald darauf der Abbau begann, wurde auf der Strecke nach Landsberg zwar 1984 der Reiseverkehr eingestellt, jedoch der reichliche Gütervekehr beibehalten.

Die ehemals sehr umfangreichen Gleisanlagen wurden im Laufe der Zeit etwas reduziert. Im Jahr 1995 war noch der vollständige Gleisplan des Bahnhofes Schongau erhalten.

Durch die Wiedereinführung des Wochenendverkehres 1994 wurde dieser Gleisplan unrationell, da, duch den bestehenden Bahnhofsblock, auch an diesen Tagen das Wärterstellwerk besetzt sein musste, obwohl ab Samstag Mittag keine Güterzüge auf der Fuchstalbahn mehr verkehren. Daher wurden die Gleise 2 und 3 im Jahr 2000 nördlich des Bahnsteiges mit einem Prellbock abgeschlossen.

Durch den Einsatz von Triebwagen und Wendezügen konnte auf das Umsetzen von Lokomotiven in Schongau schon seit Mitte der 80er Jahre verzichtet werden. Damit war das Gleis 1 entbehrlich und es konnte die, mitten auf dem Bahnübergang gelegene Weiche entfernt werden. Dazu wurde vor dem Bahnübergang eine neue Verbindung zwischen den Gleisen 2 und 3 geschaffen. Bei diesem Umbau wurden auch das Schuppengleis und das Abstellgleis für den Schneepflug entfernt, die schon seit Jahren nicht mehr in Gebrauch waren.

Heute verfügt der Bahnhof über drei Bahnsteiggleise, von denen die beiden Gleise 2 und 3 am nördlichen Ende mit Prellböcken abgeschlossen sind. Diese dienen der Abstellung von Verstärkungsfahrzeugen und über Nacht. Gleis 4 und die bahnsteiglosen Gleise sind beiderseits angeschlossen. Während Gleis 4 mittlerweile hauptsächlich im Personenverkehr genutzt wird, dienen die restlichen Gleise vornehmlich dem Güterverkehr von Augsburg zur Papierfabrik.

2020 erfolgte der, mit Bescheid vom 02.12.2019 vom Eisenbahn-Bundesamt genehmigte barrierefreie Ausbau des Bahnhofes. Im Rahmen der Umbaumaßnahmen wurden die vorhandenen Bahnsteiganlagen vollständig zurückgebaut. Zwischen den Gleisen 2 und 3 wurde ein neuer Mittelbahnsteig mit der Länge von 140 m, einer Breite von 4,90 m und 55 cm Höhe über Schienenoberkante errichtet. Die Zuwegung zu diesem Mittelbahnsteig erfolgt über einen höhengleichen Reisendenüberweg in Gleis 2 und einen 15 m langen und 1,80 m breiten, geneigten (3,7 %) Gehweg stirnseitig des Bahnsteiges. Der Regelverkehr nutzt zukünftig die Bahnsteigkante an Gleis 3. Im Gleis 2 werden aus sicherungstechnischen Gründen nur Rangierfahrten verkehren.

In ihrer Einlassung wies die Stadt Schongau darauf hin, daß bei der derzeitigen Planung die Anbindung der Fuchstalbahn bzw. eine Anbindung des Krankenhauses Schongau nicht möglich sein wird. Mit Blick auf die Neuausrichtung der verkehrspolitischen Rahmenbedingungen und vor dem Hintergrund der Bedeutung des Mittelzentrums Peiting-Schongau-Altenstadt forderte die Stadt Schongau einen Lösungsansatz der weiterhin die Anbindung der Strecke nach Landsberg ermöglicht.

Dies wurde vom Eisenbahn-Bundesamt lapidar abgelehnt: " Der Forderung der Stadt, nach einer Anbindung des Schienenpersonennahverkehrs der Strecke 5365 (Landsberg - Schongau) an die Station Schongau kann nicht entsprochen werden. Die gegenständliche Planung der Vorhabenträgerin enthält eine solche Anbindung nicht, auch liegt hierfür keine Bestellung der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (nachfolgend bEG (sic!)) vor ... Mithin ist die Anbindung des Schienenpersonennahverkehrs der Strecke 5365 (Landsberg – Schongau) aktuell nicht vorgesehen, der Forderung kann nicht entsprochen werden. Der Umbau des Bahnhofs Schongau erfolgt nach einem bestimmten verkehrlichen Aufgabenkonzept. Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (bEG), als Besteller der Schienenpersonennahverkehr-Leistungen in Bayern, hat für die geforderte Anbindung der Strecke 5365 (sog. „Fuchstalbahn“) keine Bestellung vorgelegt. Mithin ist diese Anbindung nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens und darüber nicht zu entscheiden. Gleichwohl ist festzuhalten, dass die Vorhabenträgerin die Möglichkeit einer späteren Anbindung in Richtung Landsberg in der Planung bereits berücksichtigt hat.. "

Dies bedeutet, die Deutschen Bahn Netz AG darf mit Steuergeldern subventioniert Infrastruktur zerstören, räumt aber dem Besteller die Möglichkeit ein, später die selbe Infrastruktur für noch mehr Steuergeld wieder herstellen zu lassen.

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