Der Bahnhof Schongau

Hintergrundkarte: © Bayerische Vermessungsverwaltung (2026)
Datenquelle: Geoportal Bayern www.geoportal.bayern.de

Stationssteckbriefe der Bayerischen Eisenbahngesellschaft und der DB InfraGO mit Angaben zu allen Einrichtungen für den Reiseverkehr

Aktuelle Abfahrts und Ankunftspläne

Der Bahnhof Schongau war der betriebliche Mittelpunkt der Schongauer Netzes. Vom eigenen Betriebswerk wurden die Züge auf der Pfaffenwinkelbahn nach Weilheim, der Fuchstal-/Lechfeldbahn nach Landsberg / Augsburg und auf dem Sachsenrieder Bähnle nach Kaufbeuren eingesetzt. Während letztere im Jahr 1974 stillgelegt wurde und bald darauf der Abbau begann, wurde auf der Strecke nach Landsberg zwar 1984 der Reiseverkehr eingestellt, jedoch der reichliche Gütervekehr beibehalten.

Die ehemals sehr umfangreichen Gleisanlagen wurden im Laufe der Zeit etwas reduziert. Im Jahr 1995 war noch der vollständige Gleisplan des Bahnhofes Schongau erhalten.

Durch die Wiedereinführung des Wochenendverkehres 1994 wurde dieser Gleisplan unrationell, da, duch den bestehenden Bahnhofsblock, auch an diesen Tagen das Wärterstellwerk besetzt sein musste, obwohl ab Samstag Mittag keine Güterzüge auf der Fuchstalbahn mehr verkehren. Daher wurden die Gleise 2 und 3 im Jahr 2000 nördlich des Bahnsteiges mit einem Prellbock abgeschlossen.

Durch den Einsatz von Triebwagen und Wendezügen konnte auf das Umsetzen von Lokomotiven in Schongau schon seit Mitte der 80er Jahre verzichtet werden. Damit war das Gleis 1 entbehrlich und es konnte die, mitten auf dem Bahnübergang gelegene Weiche entfernt werden. Dazu wurde vor dem Bahnübergang eine neue Verbindung zwischen den Gleisen 2 und 3 geschaffen. Bei diesem Umbau wurden auch das Schuppengleis und das Abstellgleis für den Schneepflug entfernt, die schon seit Jahren nicht mehr in Gebrauch waren.

Bis 2020 verfügte der Bahnhof noch über drei Bahnsteiggleise, von denen die beiden Gleise 2 und 3 am nördlichen Ende mit Prellböcken abgeschlossen waren. Diese dienten dem Personenverkehr und an ihrem nördlichen Ende der Abstellung von Fahrzeugen. Gleis 4 diente vornehmlich dem Güterverkehr von Augsburg zur Papierfabrik, hatte jedoch ebenfalls noch einen Bahnsteig, der einen Personenverkehr Richtung Fuchstalbahn ermöglichte.

Gesteuert wird der Bahnhof Schongau nach wie vor durch das 1959 als Ersatz für ein altes Krauss-Stellwerk gebaute mechanische Stellwerk des Typs Einheit MW (Quelle).

2020 erfolgte der, mit Bescheid vom 02.12.2019 vom Eisenbahn-Bundesamt genehmigte barrierefreie Ausbau des Bahnhofes. Im Rahmen der Umbaumaßnahmen wurden die vorhandenen Bahnsteiganlagen vollständig zurückgebaut.

Zwischen den Gleisen 2 und 3 wurde ein neuer Mittelbahnsteig mit der Länge von 140 m, einer Breite von 4,90 m und 55 cm Höhe über Schienenoberkante errichtet. Der Regelverkehr nutzt seitdem die Bahnsteigkante an Gleis 3. Im Gleis 2 werden aus sicherungstechnischen Gründen nur Rangierfahrten verkehren. Statt 3 hat Schongau damit nur noch eine Bahnsteigkante für Regelfahrten.Personenverkehr Richtung Fuchstalbahn its überhaupt nicht mehr möglich.

Im nachhinein stellte sich heraus, dass der Bahnsteig auch zu schmal geplant wurde um dort einen Fahrkartenautomat aufzustellen. Dieser musste wieder an das mittlerweile in Privatbesitz befindliche Bahnhofsgebäude verlegt werden.
Die Zuwegung zu diesem Mittelbahnsteig erfolgt über einen höhengleichen Reisendenüberweg in Gleis 2 und einen 15 m langen und 1,80 m breiten, geneigten (3,7 %) Gehweg stirnseitig des Bahnsteiges.

In ihrer Einlassung wies die Stadt Schongau darauf hin, daß bei der derzeitigen Planung die Anbindung der Fuchstalbahn bzw. eine Anbindung des Krankenhauses Schongau nicht möglich sein wird. Mit Blick auf die Neuausrichtung der verkehrspolitischen Rahmenbedingungen und vor dem Hintergrund der Bedeutung des Mittelzentrums Peiting-Schongau-Altenstadt forderte die Stadt Schongau einen Lösungsansatz der weiterhin die Anbindung der Strecke nach Landsberg ermöglicht.

Dies wurde vom Eisenbahn-Bundesamt lapidar abgelehnt: " Der Forderung der Stadt, nach einer Anbindung des Schienenpersonennahverkehrs der Strecke 5365 (Landsberg - Schongau) an die Station Schongau kann nicht entsprochen werden. Die gegenständliche Planung der Vorhabenträgerin enthält eine solche Anbindung nicht, auch liegt hierfür keine Bestellung der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (nachfolgend bEG (sic!)) vor ... Mithin ist die Anbindung des Schienenpersonennahverkehrs der Strecke 5365 (Landsberg – Schongau) aktuell nicht vorgesehen, der Forderung kann nicht entsprochen werden. Der Umbau des Bahnhofs Schongau erfolgt nach einem bestimmten verkehrlichen Aufgabenkonzept. Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (bEG), als Besteller der Schienenpersonennahverkehr-Leistungen in Bayern, hat für die geforderte Anbindung der Strecke 5365 (sog. „Fuchstalbahn“) keine Bestellung vorgelegt. Mithin ist diese Anbindung nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens und darüber nicht zu entscheiden. Gleichwohl ist festzuhalten, dass die Vorhabenträgerin die Möglichkeit einer späteren Anbindung in Richtung Landsberg in der Planung bereits berücksichtigt hat.. "

Mit der Mitte 2024 vollzogenen kalten Schließung des Krankenhauses Schongau dürfte diese Idee aber sowieso einen Dämpfer erhalten.

Dies bedeutet, die Deutschen Bahn Netz AG darf mit Steuergeldern subventioniert Infrastruktur zerstören, räumt aber dem Besteller die Möglichkeit ein, später die selbe Infrastruktur für noch mehr Steuergeld wieder herstellen zu lassen.
Die alte Kopf- und Seitenrampe wird, nach zwischenzeitlicher Nutzung als Verkaufsfläche für Gebrauchtwagen, als zusätzlicher Park & Ride-Platz genutzt. Eine Verladung von Panzern und anderen militärischen Fahrzeugen der Luftlande-/Luftransportschule im benachbarten Altenstadt ist damit nicht mehr möglich. Der Umbau erfolgte im Rahmen der 2011 beschlossenen Verlegung der Schule nach Oldenburg. 2015 wurde jedoch seitens der Bundeswehr die Verlegung nach Kritik durch den Bundesrechnungshof verworfen. Ähnlich wie im Fall Murnau ist damit ein weiterer großer Bundeswehrstandort ohne Verlademöglichkeit.
Die Gebäude der alten Bahnmeisterei sind längst privat veräußert
und auch die alte Güterabfertigung dient schon lange anderen Zwecken
der hintere Teil des Güterhofes dient
der RVO als Busabstellplatz
während das 1942 gebaute Wärterstellwerk
vom Typ Einheit MW im Norden langsam zuwächst
Durch die Randlage des Bahnhofs am östlichen Ende der Stadt liegen große Teile der Wohngebiete der Statd Schongau mehr als 1000 Meter vom Bahnhof entfernt. Nur die Altstadt auf dem Umlaufberg und die Gebiete im Bereich des ehemaligen Umlauftales des Lechs sind somit gut fußläufig zu erreichen
Die Wohngebiete auf dem westlichen Umlaufhang sind jedoch erheblich weiter entfernt. Darüber hinaus ist hier ein signifikanter Höhenunterschied zu überwinden.
Der Stadtbus Schongau, der Montag bis Freitag im Zeitraum von 6 bis 19 Uhr und Samtags von 9 bis 13 Uhr die Stadt auf zwei alternierenden, sich überlagernden Linien im Stundentakt durchläuft behebt dieses Manko. Damit sind alle Gebiete der Stadt zu den Verkehrszeiten meist alle 30 Minuten mit einer Fahrzeit von maximal einer halben Stunde an den Bahnhof und die Altstadt angeschlossen. Samstag nachmittag und an Sonn- und Feiertagen besteht jedoch keine Anbindung.
Hintergrundkarte: © Bayerische Vermessungsverwaltung (2026)
Datenquelle: Geoportal Bayern www.geoportal.bayern.de

Richtung Norden führt die Fuchstalbahn aus dem Bahnhof Schongau in Richtung Landsberg am Lech heraus. Gesteuert vom Wärterstellwerk Sn (Einheit Mw, 1942), verfügt der nördliche Bahnhofskopf über ein Gruppenausfahrsignal mit Gleissperrsignalen an den Gleisen 4-8. Bis zum letzten Umbau war dieses Signal nur für die Gleise ab 5 zuständig, während für die Gleise 1 - 4 ein zweites Gruppenausfahrsignal vorhanden war. Durch die Umgruppierung ist eine Fahrt von den Bahnsteiggleisen Richtung Landsberg nicht mehr möglich.

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